Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater fordert Pflichteinbau von Solaranlagen bei Neubauten und renovierten Häusern
Solarverordnungen nach spanischem Vorbild - Kritik an Automobil-Fokus beim Thema Klimaschutz - Deutschland muss Ruf als Musterschüler in Sachen Umweltschutz gerecht werden
München (07. Februar 2007) – der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) fordert den Einbau von Solaranlagen in allen neuen und renovierten Häusern auch in Deutschland zur Pflicht zu machen. als Vorbild soll Spanien dienen: Ab März 2007 ist dort der Einbau von Solaranlagen bei Bauvorhaben vorgeschrieben. „Es wäre sehr begrüßenswert, wenn die deutschen Länderchefs ebenfalls eine Solarverordnung in ihre Bauordnungen aufnehmen würden“, appelliert der deutsche EVEU-Vorsitzende Franz Sedlmeier.
Zusammen mit weiteren innovativen Gebäudevorschriften will Spanien den wachsenden Energieverbrauch in den kommenden Jahren drastisch eindämmen. „Umwelt- und Bauministerium in Spanien erwarten von den neuen Standards Energieeinsparungen zwischen 30 und 40 Prozent bei jedem Gebäude sowie eine Verminderung des Kohlendioxidausstoßes um 40 bis 55 Prozent.“ nach Angaben des EVEU-Vorsitzenden wären in Deutschland ähnliche Werte zu erreichen. das zeigen auch vereinzelte Kleinprojekte im Bundesgebiet: die hessische Kommune Vellmar zum Beispiel schließt mit Bauherren mit dem Ziel alle Häuser eines neuen Stadtviertels mit Sonnenwärme zu versorgen, separate Städtebauliche Verträge ab, in denen die Solaranlage vorgeschrieben ist. In Hamburg werden erneuerbare Energiequellen für die Warmwasserbereitung in neuen Bebauungsplänen vorgegeben.
„Der UN-Klimabericht hat die Notwendigkeit eines effizienteren Klimaschutzes drastisch vor Augen geführt“, erklärt Sedlmeier. dabei dürfe man aber nicht einseitig nur in eine Richtung schielen, kritisiert der Münchner die derzeitigen Diskussionen um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen oder über EU-weite gesetzliche Obergrenzen des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid (CO2) von Autos. „Wir müssen an allen Fronten kämpfen“, fordert Sedlmeier.
Der EVEU sieht beim europäischen Klimaschutz besonders Deutschland in der Pflicht. „Selten in den letzten Jahren war der Einfluss deutscher Politik in Europa so groß. Jetzt müssen wir unserem Ruf als europäische Vorreiter und Musterschüler in Sachen Umweltschutz gerecht werden“, betont Sedlmeier. dabei ruhen die Hoffnungen der Europäischen Umwelt- und Energieberater nicht alleine auf Bundeskanzlerin Merkel und ihrer Ankündigung, die Themen Klimaschutz und Energieeffizienz zu Schwerpunken der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu machen. auch von Hans-Gert Pöttering, seit Januar neuer Präsident des Europäischen Parlaments, erwarten sich Franz Sedlmeier und seine Berufskollegen einiges.
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EVEU-KURZPROFIL
Der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater e.V. (EVEU) versteht sich als Interessensvertretung und Sprachrohr für Energieberater in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum. der Verein wurde 1993 gegründet und berät Politik und Wirtschaft sowie Organisationen und Privathaushalte in allen Fragen der ökologisch sinvollen Nutzung und dem Umgang mit Energie, Wasser, Luft, Boden und Sonne. Im Verband organisieren sich ausschließlich geprüfte Energieberater aus den Bereichen Ingenieurwesen, Technik und Handwerk, die sich die Gebäudeenergieberatung als Wirtschafts- und Umweltschutz-Ressource unserer energieabhängigen Gesellschaft zum Ziel gesetzt haben. der EVEU e.V ermöglicht somit die Bildung eines besseren UmweltÂbewusstseins auf breiter Ebene und fördert die Fortentwicklung einer sinnvollen EnergieÂwende. seit 2004 führt der erfahrene Energieberater Franz Sedlmeier aus Pullach bei München den Verein. der 43-jährige Familienvater engagiert sich bereits seit acht Jahren im Bau- und Umweltausschuss des Bezirks Oberbayern und ist seit 15 Jahren BezirkskaminÂkehrermeister in München.